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Hausärztliche Versorgung in Wald-Michelbach


Die unerwarteten Veränderungen in den Wald-Michelbacher Arztpraxen bereiten vielen Menschen Sorge. Wer seine bisherige hausärztliche Betreuung verloren hat, braucht Klarheit darüber, wo notwendige Behandlungen, Verordnungen und regelmäßige Kontrollen künftig möglich sind. Besonders wichtig ist das für chronisch erkrankte Menschen und diejenigen, die auf Hausbesuche oder ärztliche Betreuung im Pflegeheim angewiesen sind.

Aus der örtlichen Ärzteschaft liegen Hinweise auf erhebliche Belastungen und begrenzte Aufnahmemöglichkeiten vor. Wie viele Menschen derzeit keine dauerhafte hausärztliche Anbindung haben, lässt sich noch nicht zuverlässig beziffern. Eine bestätigte Übergangslösung für die entstandenen Lücken liegt mir bislang nicht vor.

Ich stehe mit der zuständigen Ersten Kreisbeigeordneten und dem Gesundheitsamt in Kontakt. Als nächsten Schritt möchte ich die örtlichen Praxen um eine kurze, freiwillige Einschätzung ihrer aktuellen Situation und ihres Unterstützungsbedarfs bitten. Auch die ärztliche Betreuung in den Pflegeeinrichtungen muss dabei berücksichtigt werden.

Mit dem Kreis möchte ich außerdem einen gemeinsamen Runden Tisch mit der Kassenärztlichen Vereinigung, der örtlichen Ärzteschaft, den Pflegeeinrichtungen und unseren Nachbargemeinden abstimmen. Dabei sollen konkrete nächste Schritte vereinbart werden: zur Überbrückung der aktuellen Lücken, zur Unterstützung der bestehenden Praxen und zur Gewinnung weiterer Ärztinnen und Ärzte.

Die Kassenärztliche Vereinigung trägt den gesetzlichen Auftrag zur Sicherstellung der vertragsärztlichen Versorgung. Die Gemeinde wird die örtlichen Anliegen einbringen und gemeinsam mit dem Kreis und den weiteren Beteiligten prüfen, welchen Beitrag sie leisten kann.

Die Ärztinnen und Ärzte sowie ihre Praxisteams brauchen unter den derzeitigen Bedingungen Unterstützung. Zusätzliche Versorgung lässt sich nur organisieren, wenn dafür auch Personal, Zeit und tragfähige Arbeitsbedingungen vorhanden sind.

Hinweise zu medizinischen Anlaufstellen
Bei dringenden, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden, die außerhalb der Sprechzeiten nicht bis zur nächsten Sprechstunde warten können, erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117. Bei lebensbedrohlichen Notfällen wählen Sie 112.

Die Terminservicestelle vermittelt gesetzlich Versicherten unter 116117 montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr unter anderem dringende Hausarzttermine. Sie vermittelt keine Routine- und Kontrolltermine; ein vermittelter Termin bedeutet zudem nicht automatisch eine dauerhafte Aufnahme in eine Praxis.

Diese Angebote ersetzen keine verlässliche langfristige hausärztliche Betreuung. Um diese Perspektive geht es bei den weiteren Gesprächen.

Dr. Sascha Weber
Bürgermeister